Allianz kündigt Referendum gegen Palmöl-Abkommen mit Malaysia an

Das geplante Freihandelsabkommen mit Malaysia gefährdet Regenwälder und die Rechte lokaler Gemeinschaften. Rettet den Regenwald Schweiz unterstützt deshalb eine Allianz, die ein Referendum vorbereitet.

Allianz kündigt Referendum gegen Palmöl-Abkommen mit Malaysia an

Rettet den Regenwald - Schweiz unterstützt gemeinsam mit über 15 Umwelt-, Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen die Ankündigung eines Referendums gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Malaysia. Sollte das Parlament keine wirksamen Schutzmassnahmen gegen Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen beschliessen, ist die Allianz bereit, das Abkommen vors Volk zu bringen.

Das Abkommen sieht Zollsenkungen auf 12'500 Tonnen Palmöl vor. Aus Sicht der Allianz fehlen jedoch verbindliche Regeln, die sicherstellen, dass keine Produkte aus Entwaldung, Landraub oder Zwangsarbeit auf den Schweizer Markt gelangen. Während die Europäische Union bereits Vorschriften gegen importierte Entwaldung und Zwangsarbeit eingeführt hat, droht die Schweiz hinter diesen Standards zurückzufallen.

Palmöl bedroht Regenwälder und Menschenrechte

Malaysia gehört zu den weltweit grössten Palmölproduzenten. Für den Ausbau von Palmölplantagen wurden in den vergangenen Jahrzehnten grosse Flächen tropischer Regenwälder zerstört. Dadurch gingen wertvolle Lebensräume für bedrohte Tierarten verloren und erhebliche Mengen klimaschädlicher Treibhausgase wurden freigesetzt. Gleichzeitig dokumentieren Menschenrechtsorganisationen immer wieder Fälle von Zwangsarbeit, Vertreibungen und Verletzungen der Rechte indigener Gemeinschaften im Zusammenhang mit der Palmölindustrie.

Malaysia war 2025 bereits der zweitwichtigste Palmöllieferant der Schweiz. Durch die geplanten Zollsenkungen könnte die Einfuhr von Palmöl weiter zunehmen und den Druck auf Regenwälder und lokale Gemeinschaften verstärken.

Verbindliche Schutzmassnahmen statt leere Versprechen

Die Allianz fordert deshalb, dass das Parlament klare Begleitmassnahmen beschliesst. Palmöl und andere Produkte, die mit Entwaldung oder Zwangsarbeit in Verbindung stehen, dürfen nicht von Handelsvorteilen profitieren. Die Schweiz muss sicherstellen, dass ihre Handelspolitik nicht zur Zerstörung von Regenwäldern und zur Missachtung von Menschenrechten beiträgt.

Gemeinsam für Regenwaldschutz und Menschenrechte

Als Teil der Allianz setzt sich Rettet den Regenwald-Schweiz dafür ein, dass der Schutz von Regenwäldern, Klima und Menschenrechten Vorrang vor kurzfristigen Handelsinteressen erhält. Handel darf nicht auf Kosten der Wälder und der Menschen stattfinden, die von ihnen leben.

Sollte das Parlament das Abkommen ohne wirksame Schutzbestimmungen verabschieden, wird die Allianz die nächsten Schritte prüfen und gegebenenfalls das Referendum ergreifen. Die Bevölkerung soll die Möglichkeit erhalten, über ein Abkommen zu entscheiden, das weitreichende Folgen für Regenwälder und die Rechte betroffener Gemeinschaften haben kann.